Interviews

Metropolä: Der Rapper im Interview!

Straßenrapper müssen nicht immer aus bekannten Städten wie Berlin, Köln oder Frankfurt kommen: Ein Beispiel ist Metropolä, der gebürtiger Mannheimer ist. Ich sprach mit ihm über sein Leben, seine abwechslungsreiche Karriere und sein Album „Eloquent“.

Metropolä ist 30 Jahre alt, kommt aus Mannheim und rappt bereits seit 14 Jahren. In dieser Zeit veröffentlichte er viele Songs, darunter auch drei Alben. Neben seiner Karriere gab es privat einige Umstände, die seine Karriere entweder leichter oder schwerer machten. Mehr dazu im Interview.

Wie bist du auf Rap gestoßen, wer hat dich motiviert mit dem Rappen anzufangen und wann hast du angefangen?

Meinen ersten Song habe ich bereits mit 15 Jahren aufgenommen. Professionell habe ich das ganze mit 18/19 Jahren gemacht, dann habe ich nach zwei drei Jahren mal Pause gemacht, und dann habe ich weiter gemacht. Ich habe viel gehört am Anfang. Im Deutschrap an sich habe ich anfangs das Album der Fantastischen Vier gehört, eben alles so drumherum, wie zum Beispiel die Aggro-Zeiten und M.O.R. Das waren so die ersten Kontakte zu Deutschrap. Beim amerikanischen Hip Hop waren es DMX, Ludacris, Eminem, etc. – dadurch bin ich auch dazu gestoßen.

Ich habe gelesen, dass du früher Kurse im Jugendhaus Schönau gemacht hast. Möchtest erzählen, was du da genau gemacht hast?

Das waren keine Kurse direkt, ich habe so Jams veranstaltet, diese kamen den Kindern und Jugendlichen zu Gute. Der Erlös davon wurde dann der Organisation „Kinder am Rande der Stadt“ gespendet. Diese Organisation hilft Kindern, die hier ein nicht so krass gutes Leben haben und ja, dann haben wir die ganzen Einnahmen dahin gespendet. Es ist auch noch in Planung, dass ich etwas mit Kindern machen werde. Ein Projekt, bei dem die Kinder einen Song aufnehmen. Ich weiß nur noch nicht, wann das stattfinden wird, da ich im Moment viel zu tun habe und auch gesundheitliche Probleme hatte. Meiner Meinung nach sollte man sich nämlich Zeit nehmen, wenn man so etwas machen möchte und das nicht unter Stress durchdrängen.

Du erwähnst in eigentlich jedem Song die Stadt Mannheim, was für eine Bedeutung hat Mannheim für dich?

Mannheim ist meine Heimatstadt. Klar, ich liebe meine Stadt, aber ich hasse auch meine Stadt an manchen Ecken. Das ist so eine Hassliebe, welche ich mit dieser Stadt führe, denn man hat hier schöne Momente aber auch scheiß Momente erlebt. Im Großen und Ganzen finde ich es hier gut: man hat viele Möglichkeiten in der Stadt. Rap-mäßig ist die Stadt aber leider noch nicht auf diesem Stand, was in Deutschland einfach sein muss. Sie ist einfach noch zwei Schritte hinten dran. Wenn man zum Beispiel sieht, wie in Frankfurt oder in Berlin sich die Leute halt die Bälle gegenseitig zu werfen: man hilft sich gegenseitig, das ist eben in Mannheim nicht der Fall, nur wenige helfen sich. Ich weiß nicht wie lange ich hier in Mannheim leben werde, kommt drauf an was passieren wird. Wenn, dann wander‘ ich aus nach Holland.

Werfen wir einen Blick auf deine Newcomer-Zeit: gibt es (Miss-)Erfolge, vielleicht auch im Blick auf den Aufbau deiner Fans, die du erzählen möchtest?

2011 habe ich das Album ,,Im Fahndungsraster“ rausgebracht, das war zur damaligen Zeit ein guter Hype. Im Jugendhaus in der Neckarstadt haben wir dann die Release Party gefeiert. Da waren 280 Leute da, war Rand voll. Dieses Album verkaufte sich auch gut. Danach war dann erstmal Ruhe, weil mein Vater gestorben ist. Das war das Größte, das Schlimmste, was passieren konnte, weil dann war gar nichts mehr am Start, da habe ich nichts mehr machen können und habe einfach keinen Bock mehr gehabt. Da habe ich dann auch so eine kleine schiefe Schiene verfolgt und bin bisschen abgerutscht. 2015 kam ich mit ,,Reim rhetorisch“ zurück, dann habe ich mich so langsam mit einer EP und noch einer EP hochgeschossen sozusagen. Und jetzt, im März 2018 habe ich ,,Eloquent“ rausgebracht. Vor zwei Monaten habe ich den Song ,,Aussicht“ veröffentlicht und ,,Barrio“ vor ungefähr drei Monaten. Die letzten Monate waren wieder mehr musikalisch aufstrebend aber auch gesundheitlich eben Scheiße, aufgrund Operationen.

Ich sage, Misserfolge kriegst du nur privat, fertig. Wenn es musikalisch mal nicht läuft und ein Song floppt, dann drauf geschissen – dann ist es halt so. Man regt sich darüber dann ein, zwei Tage auf und dann ist es gegessen. Aber ich glaub die größten Misserfolge liegen eben einfach im Privaten, wenn jemand stirbt oder einer von uns schwer krank wird, dass dann irgendwie der Mensch selbst aus der Bahn geworfen wird – das ist das Schlimmste.

Wenn du die Wahl hättest, mit einem bekannteren Rapper einen Song aufzunehmen, wer wäre es?

Früher hätte ich Silla gesagt, aber mittlerweile finde ich ihn nicht mehr so cool, eigentlich echt schade. Ich schaue immer, dass es bei Features musikalisch passt, dass die Stimmen passen und die Schiene, die wir fahren. Zum Beispiel könnte ich jetzt nichts mit Rin machen, das würde nicht passen. CashMo aus Aachen, der wäre auf jeden Fall cool. Aber selbst auch er macht einen anderen Style, er macht mehr so 90er Oldschool Rap mit ein bisschen Funk mit drin. Viele identifizieren mich auch mit Fard, ich weiß nicht, vielleicht weil ich in meinen Songs viel über Gosse berichte, aber immer wieder soll es aufbauend sein, dass du es da trotzdem raus schaffen kannst. Ganz ehrlich, ich esse mit euch hier einen Döner im schlimmsten Eck. Es ist einfach so. Wir hätten uns auch in der Innenstadt treffen können, jedoch ist es hier zentral. Im Großen und Ganzen finde ich aber viele Musiker gut wie z.B. Raf Camora, aber man bleibt eben Realist.

Anfang März erschien dein Album ,,Eloquent“: müsstest du dafür werben, was würdest du über dein Album erzählen? Wie würdest du für den Kauf bzw. das Anhören überzeugen?

Zuerst will ich sagen, dieses Album ist ein reines Straßenalbum! Das ist kein Autotune-Kack, nein, das ist reiner Straßenrap. Das kann ich schon mal sagen. Ich gebe zu, ich arbeite auch manchmal mit Autotune. aber nicht viel – das ist Fakt. Ich würde damit werben, dass es ein authentisches Streetalbum ist und das es in verschiedene Richtungen geht. Ich finde das Album ,,Eloquent“ ist auch das erste Album, das diesmal nicht nur ein Produzent produziert hat, sondern mehrere Leute an diesem Werk gearbeitet haben, ich glaube es waren insgesamt sieben Produzenten. Zudem hat sich das Album auch am besten verkauft und auch den besten Hype bekommen. Allein die Single ,,Drehen durch“: da sieht man auch, dass es viel aufs Auge geht. Visuell, die Leute wollen visuell viel sehen. In einigen Videos hat es eben auch mehr Blut gespritzt, was dann mehr filmmäßig aufgezogen wurde. Eloquent kann man vom ersten bis zum letzten 15. Song hören. Man kann es einfach durch hören, es ist ein gutes Album geworden.

Möchtest du uns etwas über die Produktion und die Dauer des Albums erzählen?

Produzenten des Albums sind zum Beispiel Chrizmatic und Raymatic. Auf jeden Fall wurde das gesamte Album hier in meinem Studio auf der Schönau aufgenommen. Im Hafenstudio nehme ich ebenfalls Songs auf. Features waren hauptsächlich nur Rapson Flex, Ekbi, Copilot und Ron Jerome. Das ganze Album hat so etwa 1 1/2 Jahre angedauert, da das Album von einem Produzenten verschlampt wurde. Ich arbeite deswegen auch nicht mehr mit ihm.

Ich persönlich mag das Intro des Albums sehr gerne und ,,Jugend in 307″. Welchen Song deines Albums magst du am meisten und welcher ist dir deiner Meinung nach am besten gelungen?

Den 13. Song des Albums namens ,,Madeline“ feat. Ron Jerome finde ich sehr stark. Ich feier‘ auch das Intro. Dennoch habe ich aber mehrere Favoriten: ,,Maskenball“, ,,Sound für die Hood“ und eventuell noch ,,Drehen durch“ sind ebenfalls meine Favoriten.

Wie schaut es bei den Musikvideos aus?

Das Intro fand‘ ich geil. Danach würde ich ,,Drehen durch“ bevorzugen und ,,Welle schieben“ war auch gut. Waren auf jeden Fall interessante Videodrehs. Jeder Videodreh hat etwas Besonderes an sich.

Was steht für dich in diesem Jahr oder in naher Zukunft an?

Ich werde dieses Jahr noch zwei Singles raushauen im nächsten Jahr weiß ich noch gar nicht was ich mache. Ich denke eher nicht, dass ich ein Album rausbringen werde – bin mir da noch nicht sicher. Eher würde ich noch mehr Singles veröffentlichen und mehr Musikvideos dazu drehen. Videos einfach, Output, visuell – weil das einfach am wichtigsten ist. Dann mal schauen. Irgendwann wird es auch wieder ein Tape geben, vielleicht wird es ja ein Tape geben, worauf dann die ganzen Singles, die erschienen sind, enthalten sind, plus sechs neue Songs.

Wir sind schon am Ende des Interviews angekommen, möchtest du noch gerne etwas sagen?

Ja! Ich möchte gerne noch sagen, dass die Leute sich auf jeden Fall mal, da viele Menschen Spotify nutzen, meine Songs mal anhören sollen. Jedes Album ist bei Spotify verfügbar, außer ,,Im Fahndungsraster“:, dieses Album kann man sich bei Amazon für 10 Euro erwerben. Ansonsten bin ich bei Instagram und Facebook. Dort kann mich jeder abchecken, folgen und immer die neusten Informationen erhalten. Jeder kann auf dem aktuellen Stand bleiben und sieht alles was abgeht.

Dann danke für die Zeit, die du dir genommen hast!

Kein Problem!


Titelbildquelle: YouTube/Blockkino/Screenshot

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Michelle
Michelle
Hallo ich heiße Michelle und bin 18 Jahre alt. Ich bin derzeit in meiner Ausbildung in der Behindertenhilfe. Nebenbei schreibe ich für Euch seit Oktober wöchentlich Artikel in der Kategorie HipHop und bin nun seit kurzem auch Ressortleitung in diesem Bereich. Mein persönlich liebster Rapper und mein Idol ist Kontra K, ich liebe seine Motivationssongs und die Art, wie er seine eigenen Probleme, oder auch Anschauungen von Problemen der Welt, in seinen Songtexten verinnerlicht.

2 Kommentare bei “Metropolä: Der Rapper im Interview!”

  1. Das Gespräch zwischen dir und Metropolä war sehr interessant zu lesen!
    Gekannt habe ich ihn vorher noch gar nicht, aber jetzt habe ich Einblicke über ihn bekommen. Danke sehr!

    Er sagte in dem Interview: „Ich sage, Misserfolge kriegst du nur privat, fertig.“, und ich muss ihn da vollkommen zustimmen!
    Dieser Satz erinnert mich an Sprüche in der Kategorie „wahre Weisheiten“, weil der Satz etwas sehr wahres an sich hat.
    Es stimmt, dass Misserfolge nur im privaten Leben passieren, aber auch im musikalischem Leben.
    Aber im musikalischem Leben kann man es dort entweder wiederholen, was nicht geklappt hat etc., oder man beruhigt sich, wie er schon gemeint hat, nach 1-2 Tagen wieder und akzeptiert es, wie es ist.
    Im privaten Leben sieht das schon wieder ganz anders aus. Am meisten wenn eine wichtige Person gestorben ist, weil man da es nicht so einfach hinnehmen kann und „normal“ weiterlebt.
    Deshalb hat der Satz etwas wahres an sich und könnte als gute Weisheit im Leben durchgehen. 🙂

    Das Interview war sehr interessant und es wurde auch vieles benannt und erklärt.
    Ausführlich und detailliert wurde es auch geschrieben, dass, meiner Meinung nach, sehr gut ist, da man dadurch einen guten Einblick bekommt. Gerne weiter so!

    Jetzt kenne ich auch einen neuen Rapper und werde seiner Bitte auch nachkommen und ihn mir mal anhören ^^
    Danke sehr für diesen Artikel bzw. für dieses Interview!

    LG
    Sarah

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