Die Vielzahl an Onlineradios
Allgemein Kolumne

Die Vielzahl an Onlineradios

Was stellt man sich unter dem Begriff „Onlineradios“ vor? Viele würden nun zum Beispiel an Sunshine-Live, oder auch Radio.de denken. Doch nicht jeder weiß, dass es weitaus mehr Radios, als nur die eben genannten gibt. Und die Größe beginnt ab nicht einmal einem Zuhörer und geht bis weit über 10.000 Zuhörern.

Ich bin selber seit meinem 13. Lebensjahr aktiv in Onlineradios dabei und habe in den nun 5 Jahren so gut wie jede Art von Onlineradios einmal von innen gesehen. Radios, welche im Internet verfügbar sind, existieren nicht erst seit heute. Viele von ihnen waren schon zur Jahrtausendwende empfangbar. Die Nachfrage geht immer weiter zurück und dennoch werden auch dieses Jahr noch weitere Radios gegründet werden. Und genau dieses Thema behandelt diese Kolumne.

Was sind Onlineradios nun eigentlich?

Die Definition ist eigentlich recht simpel. Wikipedia definiert ein Onlineradio, bzw. ein Webradio folgendermaßen:

Als Internetradio bezeichnet man ein internet-basiertes Angebot an Hörfunksendungen. Die Übertragung erfolgt in der Regel als Streaming Audio; zur Nutzung sind entsprechende Streaming-Clients erforderlich.“ Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Internetradio

Die Möglichkeiten, um auf einem Onlineradio zu senden, sind übrigens ähnlich vielfältig, wie die Anzahl der Onlineradios selbst. Hier kommt es unter anderem darauf an, was man denn genau im Radio macht. Der Großteil dieser Radioszene unterscheidet dabei zwischen dem Moderieren und dem DJing. Je nachdem kann man mit Programmen, wie z.B. Sam Broadcaster, LunarCaster, mAirList, aber auch Traktor, VirtualDJ, Rekordbox und Serato empfangbar sein.

Aus der Masse herausgestochen

Es ist mittlerweile schon fast wie eine Plage. Onlineradios gibt es wie Sand im Meer. Es existieren im Web hunderte Toplisten, die einem die aktuellsten und besten Webradios vorstellen. Doch komischerweise befinden sich darunter nicht die wirklich erfolgreichen Radios. Stattdessen finden sich haufenweise neue und alte Onlineradios, mit maximal 15 Zuhörern wieder. Da bleibt die Frage im Raum: wo sind die Radios, die aus der Masse herausstechen?

Grob geschätzt gibt über 10000 verschiedene Onlineradios, alleine in Deutschland. Aus dieser Masse herauszustechen ist da ganz sicher nicht einfach nur schwierig, sondern auch ein sehr langwidriger Prozess. Man könnte nun einige Beispiele nennen: Sunshine-Live, RauteMusik und Sunset-Radio. Sie alle haben eine Sache gemeinsam. Sie bieten viele verschiedene Musikrichtungen zum hören an. Und dies ist mit Sicherheit einer der Gründe, die den Erfolg dieser Projekte ausmachen.

In der Masse drin

Schon als ich erst mit der Recherche begonnen habe, sprangen mir einige kleine Onlineradios ins Auge. Es gibt sie zu Hunderten, wahrscheinlich sogar zu tausenden. Und es gibt sie teilweise schon seit einem Jahrzehnt. Zugegeben: unter einem guten Radio stelle ich mir einiges vor, aber mit großer Sicherheit nicht das, was mindestens 95% dieser Onlineradios präsentieren.

Ich erwähnte bereits die Toplisten. Es gibt Seiten, wie zum Beispiel Webradiotop100.de, die eine stets aktualisierte Topliste, mit eingetragenen Webradios führt. Allerdings wird man dort nur aufgelistet, wenn man sich und sein Radio dort anmeldet. Und dadurch kommt es leider dazu, dass hauptsächlich Radios wie „Radio-Ballaballa“, oder „Radio der totale Wahnsinn“ auf dieser Topliste erscheinen. Und ich möchte sicherlich niemanden angreifen, der in solch einem Radio tätig ist. Allerdings frage ich mich schon, wie man teilweise derart schlechte Radios hinbekommen kann. Es ist nicht nur die Webseite an sich, die meistens mit blinkenden GIFs und miserabel gestalteten Inhalten glänzt, sondern auch das Team, welche teilweise sogar verstorbene Moderatoren in ihrer Teamliste aufführen. Das finde ich nicht nur respektlos, sondern auch ziemlich unprofessionell.

Doch wer steckt hinter den ganzen Radios?

Ich wollte allerdings auch mal die andere Seite sehen. Viele dieser Radios haben tatsächlich auch einen eigenen Teamspeak. Also habe ich es mir nicht nehmen lassen und ein paar Radios einen Besuch abgestattet. Viele von ihnen begegneten mir sogar sehr freundlich. Es sind meistens eher ältere Männer und Frauen, mit einem Durchschnittsalter von ca. 45 – 50 Jahren. Und mir ist vor allem aufgefallen, dass dieses Hobby für einige die einzige Beschäftigung ist, die sie haben. Allerdings ist mir auch nicht entgangen, dass es vielen an Fachwissen mangelt. So antwortete mir eine Moderatorin eines Radios auf meine Frage „Mit was für einer Hardware sendet ihr denn?“ mit „Mit Serato.

Doch muss ich hervorheben, dass ich mit so gut wie allen sachlich und vernünftig reden konnte. Einige dieser Radios stehen anscheinend schon seit mehreren Jahren, können dennoch keinen Hörerzuwachs vermerken. Auf meine Frage, ob sie sich vorstellen könnten, woran das vielleicht liegt, kam jedoch nie wirklich eine einsichtige Antwort. Häufig hatten sie keine Ahnung, oder gaben der großen Konkurrenz die Schuld. Aber weshalb sollten potenzielle Hörer das Radio hören, wenn es in keinster Weise aus der Masse heraus sticht?

Musik als Ursache für die Vielzahl

Musik ist global und sie ist vor allem in der heutigen, digitalen, Welt sehr vielfältig. Besonders betroffen ist die elektronische Musik. Wikipedia verzeichnet dieses Jahr 191 verschiedene Musikrichtungen, alleine für den Bereich Electronic. Und so kommen wir auf die Ursache, für die hohe Anzahl an verschiedenen Onlineradios. Durch die hohe Anzahl der Genres ist es selbstverständlich, dass eine Person die eine, oder andere Musik nicht mag. Niemand hört sich gerne Dinge an, die man nicht mag. Die einen lieben ruhige Musik, für sie bedeutet Musik Entspannung und Erholung. Doch wie überall, gibt es auch die andere Seite. Den anderen kann es nicht laut genug sein und wenn nicht mindestens 150 Beats per minute erreicht sind, wird sie unerträglich.

Völlig logisch, dass sich aus diesem Grund Onlineradios auf bestimmte Musikrichtungen spezialisiert haben. Viele Angebote beziehen sich auf ganz bestimmte Musikrichtungen, wie zum Beispiel auf EDM, oder auch Hardstyle. Einige entscheiden sich auch dazu, ihr Webradio Angebot zu erweitern. So gibt es nicht mehr nur einfach Radio XX, sondern Radio XX Club, Radio XX Charts & Radio XX Harder. Und das kommt bei den Zuhörern sehr gut an.

Fazit

Onlineradios gibt es wie Sand im Meer. Viele unterscheiden sich wenig bis gar nicht zur Konkurrenz und scheinen es auch nicht wirklich zu versuchen. Überall sieht man das selbe Template, das gleiche Geblinke und ein ähnliches „total verrücktes“ Team. Die einen haben Modis, die anderen DJs. Manche Radios haben sogar verstorbene Moderatoren, oder Kinder-Moderatoren in ihrer Teamliste. Und bei vielen sehe ich immer wieder einen ähnlichen Chat mit Jugendschutzhinweisen. Dort wird darauf hingewiesen, dass man sich z.B. ab dem 14. Lebensjahr nur bis 20:00 Uhr im Chat aufhalten darf.

Aber es gibt auch viele Positivbeispiele. Und diese wenigen Radios zeigen mir immer wieder, dass es trotzdem noch lohnt, sich für diese „Szene“ einzusetzen und aktiv daran teilzuhaben.

Wo wir schon dabei sind

Bereits im Januar 2018 haben wir unsere Podcast-Reihe Yousic Radio gestartet. In den nächsten Tagen wird der dritte Podcast aufgenommen. Und das ist noch nicht alles: Yousic arbeitet aktuell an der Eröffnung eines neuen Subprojekts. Und man kann es sich bereits vorstellen: Wir eröffnen demnächst unser eigenes Webradio. Allerdings werden wir uns definitiv von den vielen, vielen Webradios unterscheiden, versprochen. Alle Details und Updates bekommt ihr auf radio.yousic.net und auf unserem Change(B)log!

Oliver
Oliver
Ich bin einer der Gründer und Inhaber von Yousic und Ressort- & Abteilungsleiter der Harderstyles Kategorie. Zu meinen Hauptaufgaben gehören allerdings die allgemeine Entwicklung und Verbesserung von Yousic und allen Partnerprogrammen. Sehr gerne schreibe ich Kolumnen.

5 Kommentare bei “Die Vielzahl an Onlineradios”

  1. Interessanter Beitrag. Wir haben uns vor knapp 5 Jahren zu dritt zusammengesetzt und wollten ein Webradio mit vollautomatischer Musikwunsch Funktion. Bis heute gab es daher nicht eine einzige Minute Moderation in unserem Radio.
    Die Technik dahinter verwaltet alles ein Windows Server mit ausreichend Rechenpower und eine kleine Anzahl an Icecast Streaming Servern im Cluster.

    1. Hey, danke für deinen Kommentar!
      Hab mir eure Seite mal angesehen und finde die echt cool gemacht – darf ich fragen, weshalb ihr euch für Win Server und nicht Linux entschieden habt?

      -Fabian (Partnership Manager / Development & CEO)

      1. Wir haben ein umfassendes Sound Processing am Start. Und halt die Sendeprogramme basieren auf Windows. Nginx Webserver sowie das Streaming Cluster ist allerdings auf Linux Systemen installiert. Haben sogar ein Fallback. Falls mal ein Stream Server nicht erreichbar ist – wird direkt umgeleitet und auch wenn die Source nicht zum Stream sendet, gibt es für den Hörer weiterhin Musik.

        1. Das ist echt n schickes System, wobei ich über die Jahre ein Fan von Apache geworden bin. Am liebsten auf Linux oder Debian.

  2. Sehr interessant zu erfahren, was es so mit dem Onlineradio auf sich hat!
    Habe auch nie gewusste, dass es manche gibt, die verstorbene Moderator haben oder sogar Kinder als Moderator.
    Danke für die ganze Information über Onlineradios. Jetzt laufe ich wieder etwas schlauer durchs Leben!
    Guter und informationsreicher Artikel!

    LG
    Sarah

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